Ausstellungsbesucher - Fotolia

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Umbrüche - Rudolf Holtappel

2018 ging mit der Schließung der letzten Zeche im Ruhrgebiet eine Epoche zu Ende, die mit der rasanten Industrialisierung im 19. Jahrhundert ihren Anfang genommen hatte. Was bedeutet das für die Region und für die dort lebenden Menschen? Was wird zurückgelassen und welche neuen Perspektiven bieten sich?

Die Fragen und Herausforderungen reichen über das Ruhrgebiet hinaus und stellen sich auch hier im Saarland, das ebenfalls Ein- und Umbrüche erleben musste.

Rudolf Holtappel

Als „teilnehmender Beobachter“ macht Rudolf Holtappel (1923-2013) in seinen Fotografien aus dem Ruhrgebiet die Geschichte eines der Zentren der Montanindustrie nachvollziehbar. Mit Offenheit und Neugierde erkundet er mit der Linse seiner Kamera jene pulsierende, vielfältige Lebenswelt: das städtebauliche Durcheinander, das Ineinandergleiten von Arbeits- und Alltagsleben – stets im Fokus seines Interesses: die Menschen der Region.

Selbst in den menschenleeren Aufnahmen ist ihre Anwesenheit spürbar, etwa in Gestalt der zum Teil bizarren Architekturen der Wohnsiedlungen. Rudolf Holtappel deckt das Widersprüchliche auf, sodass seine Arbeiten sowohl das bescheidene „kleine“ Glück des entspannten Gesprächs über den Gartenzaun oder des ausgelassenen Kinderspiels zum Gegenstand haben als auch politische Konflikte sowie Trostlosigkeit und Melancholie.

Zwischen Dokumentation, Reportage, pointierten Momentaufnahmen und poetischen Stimmungsbildern changierend, bestechen Rudolf Holtappels Werke einerseits durch ein neugieriges Erkunden von Räumen sowie ihre stets respektvolle Menschenzugewandtheit. Andererseits liegt in ihrer klaren, nuancierten Komposition und dem unerschütterlichen Gespür für den besonderen Augenblick die Qualität dieser Fotografien, die zuweilen an Arbeiten so wegweisender Fotografen wie Henri Cartier-Bresson oder André Kertész denken lassen.

In intimen, kleinformatigen Schwarzweißaufnahmen hat Rudolf Holtappel – in „seinem“ Revier – das Lebensgefühl festgehalten und dabei Werke hervorgebracht, die wie „Die letzte Schicht“ von trauriger, aber atemberaubender Schönheit sind.

Weitere Informationen

Die Ausstellungseröffnung findet am Freitag, 14. Feburar, um 18 Uhr statt.

Wenn die Ausstellung außerhalb der Öffnungszeiten besucht werden möchte, wird um vorherige Anfrage gebeten.

Ansprechpartnerin: Verena Paul, E-Mail vp@sdsaar.de

Veranstaltungsdetails

Art:
Ausstellung
Ort:
Stiftung Demokratie Saarland
Europaallee 18
66113 Saarbrücken
Telefon:
+49 681 906260
Internet:
http://www.stiftung-demokratie-saarland.de
Datum:
14.02.2020 - 18:00 Uhr
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