Die Rastatter Prozesse. NS- Verbrechen vor Gericht

Eine Ausstellung des Bundesarchivs Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegung in der deutschen Geschichte

Nach dem Ende des NS-Regimes standen die Alliierten vor der Herausforderung der juristischen Aufarbeitung der Gräueltaten. Schnell wurde deutlich, dass die bisherigen Rechtsnormen hierfür nicht ausreichten. Die Strafverfolgung musste neue Wege finden, diesem bis dahin unvorstellbaren Unrecht mit Mitteln des Völkerrechtes zu begegnen.

Zum Zentrum der Strafverfolgung in der französischen Besatzungszone wurde Rastatt. Dort, wo sich 1849 die letzte Bastion der deutschen Revolution befand, wurde am 2. März 1946 das Oberste Gericht für die französische Besatzungszone eingerichtet: das Tribunal Général du Gouvernement Militaire de la Zone Française d`Occupation en Allemagne et en Autriche. Über 2000 mal wurde im Ahnensaal des Rastatter Schlosses Anklage erhoben, 105 mal die Todesstrafe verhängt, diese 62 mal vollstreckt.

Die Geschichte dieses Rastatter Tribunals ist bisher jedoch kaum bekannt, denn bis 2016 lagen die Akten in französischen Archiven unter Verschluss. Die in Frankreich geltende 100-jährige Sperrfrist wurde vorzeitig aufgehoben. Zudem standen die Rastatter Prozesse, die die Verbrechen gegen die Gefangenen in kleineren Lagern, vor allem in Südwestdeutschland, aufarbeiteten, im Schatten der Nürnberger Prozesse.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die drei für die Saarregion bedeutenden Prozesse gegen das Personal des berüchtigten Gestapo-Lagers Neue Bremm in Saarbrücken im Mai und Juni 1946, die Prozesse um das Außenlager Iffezheim-Sandweier vom Mai 1947 als Teil der zahlreichen Natzweiler-Prozesse sowie der Röchling-Prozess gegen den saarländischen Großindustriellen Hermann Röchling von Februar bis Juni 1948.

Die Ausstellung bietet anhand zahlreicher Fotos und Dokumente, ergänzt vom Stadtarchiv durch die Berichterstattung der Saarbrücker Zeitung,  Einblicke in dieses bedeutsame Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. 

Weitere Informationen

Die Ausstellung ist montags, mittwochs und freitags von 9 bis 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Die jeweils geltenden Corona-Bestimmungen sind beim Besuch zu beachten.

Veranstaltungsdetails

Art:
Ausstellung
Ort:
Stadtarchiv
Deutschherrnstraße 1
66117 Saarbrücken
Telefon:
+49 681 905-1258
Internet:
www.saarbruecken.de/stadtarchiv
Datum:
15.09.2021 - 09:00 Uhr bis 15.09.2021 - 13:00 Uhr
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