Fritz Berberich, Spaziergänger im Wald, 1989 - Fritz Berberich - © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Fritz Berberich, Spaziergänger im Wald, 1989 - Fritz Berberich - © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Fritz Berberich, Spaziergänger im Wald, 1989 - Fritz Berberich - © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Fritz Berberich: Malerei und Grafik

Die Galerie im KuBa würdigt in einer umfänglichen Werkschau das künstlerische Wirken des 1990 verstorbenen Malers Fritz Berberich. Zehn Jahre nachdem die Arbeiten des Künstlers letztmals öffentlich zu sehen waren, zeigt die Galerie beeindruckende und kaum bekannte Werke aus der Kunstsammlung des Saarlandes. Hinzu kommen zentrale, zum Teil noch nie öffentlich präsentierte Arbeiten aus dem Nachlass des Künstlers.

Malerei und Grafik

Das Œuvre von Fritz Berberich erweist sich stilistisch und thematisch als äußerst vielschichtig. Es reicht von akademischen Aktstudien und frühen Porträtmalereien über die koloristischen Höhepunkte in expressionistischer Manier aus den 1930er und 1940er Jahren, bis hin zu den kubistisch-prismatischen Bildformen der Nachkriegszeit und des Spätwerks. Aus der Verarbeitung unterschiedlicher künstlerischer Einflüsse entwickelt der Maler konsequent eine eigene Bildsprache, die gleichermaßen inhaltlich wie auch formal in ihrer hohen Qualität überzeugt.

Mit den religiös motivierten Arbeiten findet der Künstler eine metaphorische Bildebene, auf der er die Leiden und Schrecken des Zweiten Weltkrieges emotional eindringlich thematisiert. In einem seiner Hauptwerke, dem Triptychon „Madonna hinter Stacheldraht“ aus dem Jahr 1956, generiert Fritz Berberich in ungewöhnlichen, expressiv-dissonanten Farbsequenzen eine Bildsituation, die tief in menschlich-existenzielle Erfahrungen reicht und bei der Betrachtung unmittelbar berührt.

In der Galerie werden Arbeiten aus allen Schaffensphasen gezeigt, einschließlich dem letzten Gemälde, das der Künstler kurz vor seinem Tod fertig stellte. Die Werkauswahl gibt einen Einblick in das umfangreiche Schaffen von Fritz Berberich und ermöglicht eine neue Wahrnehmung des Saarländischen Malers, dessen Werk seit vielen Jahren nicht mehr zu erleben war.

Der Künstler

  • Weg zur Kunst

    Fritz Berberich wurde 1909 im saarländischen Schnappbach als Kind einer Bergarbeiterfamilie geboren und zählt zu der Künstlergeneration, die noch vor dem Zweiten Weltkrieg ihr Studium an der von Fritz Grewenig in Saarbrücken gegründeten Staatlichen Schule für Kunst und Kunstgewerbe aufnahm.

    Schon früh durch den Maler Fritz Zolnhofer gefördert, absolvierte Berberich zunächst eine kaufmännische Lehre und begann 1928 ein Studium an der Saarbrücker Kunstschule in der Klasse für Werbegrafik, arbeitete in einem Anstreicherbetrieb und nahm durch Vermittlung Zolnhofers 1934 als Gast an der Ausstellung des Bundes Bildender Künstler an der Saar in Berlin teil.

  • Künstlerjahre im Nationalsozialismus

    Im gleichen Jahr schrieb sich Berberich erneut an der Kunstschule ein und besuchte die von Oskar Trepte geleitete Malerei- und Zeichenklasse.

    Als die Schule für Kunst und Kunstgewerbe 1936 durch die Nationalsozialisten geschlossen wurde, wechselte Fritz Berberich an die Kunstakademie München zu dem expressionistischen Maler Karl Caspar, bei dem auch schon sein Förderer Fritz Zolnhofer studiert hatte.

    Nachdem Caspar 1937 als „entartet“ diffamiert und aus dem Akademiedienst entlassen wurde, kehrte Berberich in seinen Geburtsort Schnappbach zurück, betätigte sich als freischaffender Maler und machte sich in Paris mit der Kunst der Klassischen Moderne vertraut.

  • Ausstellungen und Albert-Weisgerber-Preis

    Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft entfaltete Fritz Berberich eine reichhaltige und engagierte künstlerische Arbeit, pflegte Kontakte zu den Lehrenden der neu gegründeten Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken, nahm mehrere Reisestipendien und 1951 ein Stipendium an der Pariser Académie de la Grande Chaumière wahr.

    Der Künstler beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen und wurde 1964 mit dem Albert-Weisgerber-Preis der Stadt St. Ingbert ausgezeichnet.

    Bis zu seinem Tod im Jahr 1990 arbeitete Fritz Berberich konsequent an der Entwicklung seines künstlerischen Œuvres.

Weitere Informationen

Die Ausstellung wird vom 23. August bis 27. Oktober gezeigt. Der Eintritt ist frei.

  • Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch und Freitag 10 bis 16 Uhr, Donnerstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr
  • Zudem an den Tagen der Bildenden Kunst: Samstag, 28. September 14 bis 18 Uhr und Sonntag, 29. September 11 bis 18 Uhr
  • Vernissage am Freitag, 23. August, 19 Uhr
  • Galeriegespräch am Donnerstag, 10. Oktober, 19 Uhr: Andreas Bayer im Gespräch mit Michael Kühr
  • Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur

Veranstaltungsdetails

Art:
Ausstellung
Ort:
KuBa
Kulturzentrum am EuroBahnhof e. V.
Europaallee 25
66113 Saarbrücken
Telefon:
+49 681 959-1200
Internet:
http://www.kuba-sb.de
Datum:
24.08.2019 bis 27.10.2019
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